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NACHHALTIG BAUEN

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Das zweite Crowdfunding mit Unterstützung des wemakeit-Klimafonds ist erfolgreich abgeschlossen.

Für den weiteren Aufbau der farmeigenen Ziegelmanufaktur und die kommenden Bauprojekte sind wir auf weitere Spenden angewiesen. Wir haben am 31. Oktober ein zweites Crowdfunding lanciert, welches wieder durch den Klimafonds von wemakeit mit 25'000 CHF unterstützt wird. 220 Spenderinnen und Spender haben CHF 31'613 gespendet, mit dem Beitrag von wemakeit sind das insgesamt CHF 56 613! Vielen herzlichen Dank allen für die grosszügige Unterstützung. Sie haben dazu beigetragen,  dass nachhaltiges Bauen in der Region realisiert werden kann.

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 Worum geht es? 

Die meisten Häuser in Donomadé sind herkömmliche Lehmbauten mit einem Strohdach. Diese Bauten sind ökologisch und relativ kühl. Sie bedeuten aber auch viel Unterhalt, sind anfällig auf Regen und Feuer und erlauben nur sehr limitierte Bauformen. Nicht zuletzt ist diese Bauweise für die Mensch in Togo mit Armut und Rückständigkeit assoziiert. Die einzige Alternative, die man findet, sind Häuser aus Zement und Wellblech. Diese sind zwar robuster als Lehm, aber unökologisch und weisen ein deutlich schlechteres Raumklima auf.

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Die herkömmliche Bauweise ermöglicht wenig Lebensqualität.

Die Zementproduktion allein versucht 7% der weltweiten CO2-Emissionen. Der Bausektor steckt vor grossen ökologischen Herausforderungen. Mit unserem Crowdfunding-Projekte unterstützen wir die Ziegelbauweise, mit der günstige und ökologische Häuser gebaut werden, die eine wesentliche höhere Wohnqualität aufweisen als die Zementhütten. Die Lehmerde kann ausserdem vor Ort extrahiert und gepresst werden. So wird viel weniger Material herum transportiert und es können unnötige Kosten gespart werden. 

 Was soll erreicht werden? 

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Nachhaltigkeit über die Landwirtschaft hinaus.

Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Bauen versuchen wir mit lokalen Ressourcen eine ökologische Modernisierung hinzubekommen, die langfristig eine bessere Lebensqualität für regionale Bevölkerung darstellt und Wertschöpfung in der Region fördert. Ausserdem soll die Farm selbst durch eine ansprechende und funktionale Architektur und einen kohärenten Gesamtplan eine positive Ausstrahlung von Innovation, Aufbruch und Nachhaltigkeit vermitteln und die verschiedenen Elemente und Tätigkeiten der Farm zu einem grossen und ganzen verbinden. Die Anlage sollte so geplant und gebaut sein, dass es organisch wirkt und einen fruchtbaren Austausch zwischen den verschiedenen Interessensgruppen vor Ort fördert. Auf der Farm wird gearbeitet, verkauft, demonstriert, geforscht, gelehrt, gewohnt, diskutiert, geträumt und sich erholt und entsprechend braucht es Infrastruktur, Räume und Plätze, welche diese Tätigkeiten ermöglichen und fördern.

Bauen mit gepressten und stabilisierten Lehmziegeln

Wir bauen mit gepressten Lehmziegeln aus lokaler, lehmhaltiger Erde, der ca. 8 Volumenprozent Zement beigesetzt wird. Dies ist ökologisch, kostengünstig, innovativ, flexibel und mit der Dorfbevölkerung umsetzbar. Die Feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Lehmsteine ermöglicht ein angenehmes Raumklima und schütz vor Schimmel. Während der Konstruktion des Lagerhauses sammelten wir schon erste Erfahrungen mit dem Bauen mit gepressten Lehmziegeln, eine Bauweise, die uns überzeugt.

Ausbildung lokaler Maurer für den Aufbau der farm-eigenen Ziegelmanufaktur

Wir konnten eine eigene Ziegelpresse erwerben, in Zürich testen und nach Togo verschiffen. Dies ist der Grundstein, um eine lokale Ziegelmanufaktur auf der Modell- und Forschungsfarm FeMoDo aufzubauen. Lokale Maurer im Dorf werden geschult und ausgebildet in der Produktion der Ziegel, wie auch im Bauen mit den Lehmziegeln. Hierfür arbeiten wir zusammen mit der Farm Sichem in Togo.

  Lehmziegelproduktion in Bildern 

 Gut abgestützt und nachhaltig gesichert 

Zementfreies Bauen

Zementfreies Bauen

Wir sind im Austausch mit Gnanli Landrou ein promovierter Forscher von dem innovativen Startup Oxara in Zürich, welches den Lehmbau revolutionieren möchte. Sie haben ein mineralbasiertes Bindemittel entwickelt, dass uns vielleicht in Zukunft ermöglichen könnte, die Ziegel komplett, ohne den klimabelastenden Zement zu pressen.

Nachwuchsförderung

Nachwuchsförderung

Dosseh SOKEGBE, ein ausserordentlich motivierter Junger Mann aus dem Dorf, hat uns tatkräftig unterstützt. Er möchte Bauingenieur studieren und ist sehr interessiert an der Ziegelmanufaktur. Wir werden ihn begleiten in seiner Ausbildung und parallel wird er eine Lehre auf der Farm machen und in alle Bautätigkeiten einbezogen werden, so dass er langfristig die Bauprojekte auf der Farm und in der Region leiten kann.

Adaptierte Architektur

Adaptierte Architektur

Daniel Baumann, Architekt mit einer rund 30-jährigen Planungs- und Bauerfahrung begleitet das Projekt ehrenamtlich. Er unterstützt uns bei der Gesamtplanung des Areals und bei der Entwicklung von sinnvollen Lösungen für kostengünstiges, klimafreundliches und an die Region angepasstes Bauen. Er plant und zeichnet die kommenden Bauprojekte, im Austausch mit den Experten in Togo.

Eine eigene Lehmgrube

Eine eigene Lehmgrube

Wir haben im Dorf ein Stück Land gesichert, wo wir nun ausreichend Lehm abbauen können für die kommenden Bauprojekte.

Ein Experimentiergarten

Ein Experimentiergarten

Wir haben einen kleinen Experimentiergarten eingerichtet, wo wir verschiedenste Bauweisen mit den unterschiedlichen Formen von Lehmziegel testen und der Witterung aussetzen. So werden verschiedene Mauerschemas, Fundamente, Öffnungen, Abdeckungen, Bögen und anderes ausprobiert. Das Ziel ist einfache und funktionelle Lösungen für die kommenden Bauten zu finden, die Bauweise für Besuchende erlebbar machen und zeigen wie ökologisches Bauen sinnvoll in die Landwirtschaft integriert werden kann.

Konkrete Umsetzung

Konkrete Umsetzung

Als erstes Umsetzungsprojekt bauen wir ein Wohnhaus für ca. 30 Personen, wo wir Angestellte, Forschende, Auszubildende und andere Besuchende beherbergen können. Die nachhaltige Bauweise mit gepressten Lehmziegeln ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch kostengünstig und ermöglicht ein angenehmes Raumklima. Lokale Arbeiter werden während der Bauphase integriert und professionell geschult. Das Wohnhaus kann zum Modell für künftige Bauten im Dorf werden.